Last Updated on August 10, 2026 by Hannah Keller
Das Vermögen von Lothar Matthäus lässt sich Stand August 2026 nicht seriös auf eine konkrete Millionensumme beziffern. Eine häufig genannte Schätzung von 32 Millionen Euro ist keine offizielle Vermögensangabe, sondern eine Hochrechnung eines Vermögensportals. Öffentlich zugängliche Unterlagen zu Matthäus’ heutigen Geldanlagen, Immobilien, sonstigen Vermögenswerten und möglichen Verbindlichkeiten, aus denen sich diese Summe nachvollziehbar ableiten ließe, liegen nicht vor.
Deutlich besser dokumentiert ist dagegen, was Matthäus in wichtigen Phasen seiner Spielerkarriere verdiente. 2025 veröffentlichte er selbst konkrete Gehaltszahlen aus seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach, dem FC Bayern München, Inter Mailand und den New York MetroStars. Hinzu kommen bis heute Einnahmen als TV-Experte sowie sein Engagement bei den Accra Lions in Ghana. Diese Informationen belegen mehrere bedeutende Einkommensquellen, erlauben aber keine verlässliche Berechnung seines heutigen Nettovermögens.
| Finanzielle Angabe | Was öffentlich belegt ist |
|---|---|
| Aktuelles Nettovermögen | Nicht seriös bezifferbar |
| Häufig genannte Online-Schätzung | 32 Mio. Euro; nicht offiziell bestätigt |
| Borussia Mönchengladbach ab 1979 | 2.500 Mark Grundgehalt pro Monat; mit Prämien zunächst bis zu rund 100.000 Mark jährlich |
| FC Bayern ab 1984 | knapp 500.000 Mark plus Prämien |
| Inter Mailand ab 1988 | rund 1 Mio. Mark netto jährlich; später um 500.000 Mark erhöht |
| FC Bayern ab 1992 | 1,2 Mio. Mark pro Jahr |
| New York MetroStars 2000 | knapp 1 Mio. US-Dollar netto für die Spielzeit |
| Aktuelle Medienarbeit | Sky und RTL; Honorare nicht veröffentlicht |
| Accra Lions | Engagement mit zwei Partnern; persönliche Beteiligungsquote nicht veröffentlicht |
Warum sich die oft genannten 32 Millionen Euro nicht überprüfen lassen
VermögenMagazin beziffert das Vermögen von Lothar Matthäus auf rund 32 Millionen Euro, bezeichnet diesen Wert allerdings selbst als eigene Hochrechnung. Einbezogen werden dort unter anderem frühere Spielergehälter, Trainerhonorare, Einnahmen aus Fernsehen und Werbung sowie angenommene finanzielle Belastungen. Eine öffentlich überprüfbare Aufstellung der heutigen Vermögenswerte und Schulden, die genau zu diesem Ergebnis führt, wird nicht vorgelegt.
Das ist für die Einordnung entscheidend. Karriereeinnahmen und aktuelles Vermögen sind nicht dasselbe. Ein früheres Jahresgehalt zeigt, wie viel Geld in einem bestimmten Zeitraum verdient wurde. Für das heutige Nettovermögen müssten zusätzlich unter anderem Steuern, Ausgaben, Investitionen, Wertentwicklungen, Immobilien, liquide Anlagen und Verbindlichkeiten bekannt sein.
Gerade bei einer Karriere, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt, wäre es deshalb methodisch falsch, bekannte Gehälter und geschätzte Honorare einfach zusammenzurechnen und das Ergebnis als heutiges Privatvermögen auszugeben. Die 32 Millionen Euro sind folglich als unbestätigte externe Schätzung einzuordnen und nicht als von Matthäus offengelegter oder anderweitig dokumentierter Vermögenswert.
Matthäus hat seine früheren Spielergehälter selbst offengelegt
Für die Einkommensgeschichte von Lothar Matthäus gibt es ungewöhnlich konkrete Angaben. In einem 2025 veröffentlichten Beitrag für das Buch „Transfer-Insider“ nannte Matthäus selbst mehrere Gehaltsstufen seiner Profikarriere. Ein ausführlicher Auszug erschien bei WELT beziehungsweise SPORT BILD.
Bei Borussia Mönchengladbach unterschrieb Matthäus 1979 seinen ersten Profivertrag. Sein Grundgehalt lag nach eigener Darstellung zunächst bei 2.500 Mark im Monat. Mit Leistungsprämien konnte er auf ungefähr 100.000 Mark im Jahr kommen. Nach einer Vertragsverlängerung 1981 stieg seine Vergütung auf 220.000 Mark.
Der Wechsel zum FC Bayern München brachte 1984 den nächsten deutlichen Gehaltssprung. Matthäus nennt für diese Zeit knapp 500.000 Mark plus Prämien. Bayern überwies zusätzlich 2,4 Millionen Mark Ablöse an Borussia Mönchengladbach. Diese Ablösesumme war jedoch eine Zahlung zwischen den Vereinen und kein persönliches Einkommen des Spielers.
Finanziell noch attraktiver wurde 1988 der Wechsel zu Inter Mailand. Dort erhielt Matthäus nach eigener Aussage zunächst rund eine Million Mark netto pro Jahr. Nachdem Real Madrid an ihm interessiert war, erhöhte Inter sein Gehalt um weitere 500.000 Mark.
Für seine Rückkehr zum FC Bayern im Jahr 1992 nennt Matthäus ein Jahresgehalt von 1,2 Millionen Mark. Seine letzte Profistation führte ihn 2000 zu den New York MetroStars in die Major League Soccer. Für diese Spielzeit erhielt er nach eigener Angabe knapp eine Million US-Dollar netto.
Die Zahlen dokumentieren, dass Matthäus bereits zu seiner aktiven Zeit zu den sehr gut verdienenden deutschen Fußballprofis gehörte. Sie sind für eine Einkommensanalyse wesentlich belastbarer als nachträgliche Vermögensschätzungen – bilden aber weiterhin kein heutiges Vermögen ab.
Die Behauptung von fünf Millionen Mark Bayern-Gehalt ist problematisch
In Vermögensartikeln findet sich weiterhin die Angabe, Matthäus habe beim FC Bayern Anfang der 1990er Jahre rund fünf Millionen Mark pro Jahr verdient. Selbst die Seite, die diese Summe aktuell nennt, kennzeichnet sie als kolportiert und räumt ein, dass sie vom Verein nicht bestätigt wurde.
Matthäus’ eigene Veröffentlichung liefert dagegen eine wesentlich konkretere Angabe: Nach seiner Rückkehr nach München im Jahr 1992 habe sein Jahresgehalt 1,2 Millionen Mark betragen. Zudem spielte Matthäus von 1988 bis zu seiner Rückkehr 1992 bei Inter Mailand und nicht für Bayern.
Solange keine belastbarere Originalquelle für die fünf Millionen Mark vorliegt, sollte diese Summe daher nicht als historisch gesichertes Bayern-Gehalt verwendet werden. Für die finanzielle Einordnung hat die direkte Aussage von Matthäus die stärkere Beweiskraft.
Die Trainerjahre waren eine weitere Einkommensphase – die Gehälter blieben privat
Nach seiner Spielerkarriere arbeitete Matthäus rund ein Jahrzehnt als Trainer. Zu seinen Stationen gehörten unter anderem Rapid Wien, Partizan Belgrad, die Nationalmannschaften Ungarns und Bulgariens, Atlético Paranaense, Red Bull Salzburg und Maccabi Netanya. Seine eigene Website und das DFB-Datencenter dokumentieren wesentliche Teile dieser Trainerlaufbahn.
Öffentlich belastbare Gehalts- oder Vertragswerte für diese Stationen sind jedoch nicht verfügbar. Aussagen darüber, wie viel Matthäus insgesamt als Trainer verdient hat, wären deshalb zwangsläufig spekulativ. Seine Trainerkarriere kann als weitere Einkommensquelle berücksichtigt werden, nicht aber mit einer frei angenommenen Summe in eine Vermögensrechnung eingehen.
Sky und RTL sichern bis heute laufende Medieneinnahmen
Eine besser dokumentierte aktuelle Einnahmequelle ist Matthäus’ Arbeit im Fernsehen. Seine Zusammenarbeit mit Sky Deutschland begann im Sommer 2012. Im April 2025 verlängerten beide Seiten ihre Partnerschaft erneut. Sky kündigte dabei ausdrücklich an, dass Matthäus auch in den folgenden Jahren als Experte tätig sein werde. Zu seinen Aufgaben gehören Analysen und Co-Kommentare beim Bundesliga-Topspiel, Auftritte bei „Sky90“, eine regelmäßige Kolumne sowie Einsätze bei ausgewählten weiteren Spielen.
Auch für RTL ist Matthäus weiterhin als Fußball-Experte im Einsatz. Der Sender führt ihn als Experten für Übertragungen der deutschen Nationalmannschaft und weitere Fußballspiele; noch im Januar 2026 war ein geplanter Europa-League-Einsatz Thema einer RTL-Meldung.
Wie hoch seine Vergütung bei Sky oder RTL ausfällt, haben weder die Sender noch Matthäus öffentlich beziffert. Im Netz kursierende Angaben über fünfstellige Gagen pro Einsatz sind daher nicht mit einem veröffentlichten Vertrag gleichzusetzen. Der Medienbereich ist eine nachweisbare laufende Einkommensquelle, ein seriöses Jahresgehalt lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Die Accra Lions sind ein dokumentiertes Investment – sein Anteil ist unbekannt
Ein konkretes unternehmerisches Engagement wurde 2023 bekannt: Matthäus beteiligte sich gemeinsam mit dem früheren Spielervermittler Oliver König und dem ghanaischen Profi Frank Acheampong an den Accra Lions. Matthäus bezeichnete das Projekt damals ausdrücklich als Geschäftsmodell. Der Plan bestand darin, junge Spieler auszubilden und ihnen den Weg in den europäischen Fußball zu ermöglichen.
Zum Zeitpunkt des Einstiegs wurde der Verein in Medienberichten mit rund zwei Millionen Euro bewertet. Entscheidend ist jedoch, dass weder die Höhe von Matthäus’ persönlicher Investition noch seine Beteiligungsquote veröffentlicht wurden. Der damalige Wert des gesamten Vereins darf deshalb nicht seinem Privatvermögen zugerechnet werden.
Das Engagement ist auch aktuell nachvollziehbar: Die offizielle Governance-Seite der Accra Lions führt Lothar Matthäus neben Oliver König und Frank Opoku Acheampong im Board of Directors. Eine aktuelle Unternehmensbewertung oder ein finanzieller Wert seines persönlichen Anteils wird dort nicht ausgewiesen.
Puma belegt die Werbewirkung seiner Karriere – nicht die Höhe der Honorare
Neben Fußball, Trainerarbeit und Fernsehen spielte Werbung über Jahrzehnte eine Rolle. Besonders gut dokumentiert ist Matthäus’ Verbindung zu Puma. Der Sportartikelhersteller beschreibt ausführlich seine langjährige Beziehung zum Puma King und berichtet, dass Matthäus bereits beim Wechsel zum FC Bayern darauf bestand, weiterhin Schuhe der Marke tragen zu dürfen. Puma ordnet dies als frühen Vorläufer der heute üblichen individuellen Schuhverträge von Profifußballern ein.
Damit ist eine kommerzielle Verbindung klar belegt. Wie hoch Matthäus mit Puma oder anderen Werbepartnern insgesamt verdient hat, lässt sich daraus jedoch nicht bestimmen. Ohne veröffentlichte Vertragswerte wären konkrete Werbeeinnahmen ebenso spekulativ wie eine daraus errechnete zusätzliche Vermögenssumme.
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Quellen: WELT / SPORT BILD | Sky Sport | RTL | Accra Lions | PUMA
Hannah Keller ist Redakteurin bei VermoegenHeute.de und spezialisiert auf Vermögensanalysen, Unternehmer, Influencer und Wirtschaftsthemen. Ihre Inhalte basieren auf journalistischer Recherche sowie öffentlich zugänglichen Informationen und Medienberichten.
