Last Updated on October 7, 2026 by Hannah Keller
Das Vermögen von Alexander Zverev wird je nach Quelle auf einen Betrag zwischen umgerechnet rund 35 und 70 Millionen Euro geschätzt. Keine dieser Zahlen ist durch offengelegte Finanzunterlagen belegt. Sie beruhen auf Hochrechnungen seiner Karriere-Preisgelder, geschätzten Sponsoreneinnahmen und Annahmen über Steuern und Lebenshaltung. Nachvollziehbar dokumentiert sind seine Preisgelder auf der ATP-Tour, die wichtigsten Sponsorenpartner, ein Investmentvehikel mit mehreren Beteiligungen und einige seiner eigenen Aussagen zu den Kosten des Profi-Daseins.
Karriere-Preisgelder: der am besten belegbare Baustein
Die offizielle Statistik der ATP weist für Zverev bis Anfang Oktober 2026 ein Karriere-Preisgeld von rund 74 Millionen US-Dollar aus, Einzel und Doppel zusammengerechnet. Damit steht er auf dem fünften Platz der ewigen ATP-Preisgeldrangliste, hinter Novak Djokovic, Rafael Nadal, Roger Federer und knapp hinter Jannik Sinner.
Diese Bruttosumme ist allerdings kein Nettovermögen. Preisgelder werden im Land des jeweiligen Turniers besteuert. In den USA behält die Steuerbehörde bei ausländischen Sportlern pauschal 30 Prozent ein, hinzu kommt die Steuer des jeweiligen Bundesstaats. In Frankreich und Großbritannien liegen die Spitzensätze ebenfalls zwischen 30 und 45 Prozent. Neben den Steuern tragen Tennisprofis sämtliche Betriebskosten selbst, anders als etwa Fußballprofis, die von ihren Vereinen versorgt werden. Zverev bezifferte seine jährlichen Ausgaben für ein zwölfköpfiges Team aus Trainern, Arzt, Physiotherapeut und Management in einem öffentlichen Interview als „im guten siebenstelligen Bereich”. Von den 74 Millionen Dollar Brutto-Preisgeld dürfte nach Steuern und Kosten also grob die Hälfte als Nettowert übrig geblieben sein.
Wie das Jahr 2026 seine Einnahmen verändert hat
Das Jahr 2026 hat Zverevs Finanzprofil deutlich verschoben. Bei den French Open im Juni gewann er seinen ersten Grand-Slam-Titel und erhielt rund 2,8 Millionen Euro. Beim Wimbledon-Finale im Juli nahm er als Finalist 1,8 Millionen Pfund mit. Im September folgte der Sieg bei den US Open mit einer Rekordprämie von 5,5 Millionen US-Dollar, der höchsten Einzelauszahlung in der ATP-Geschichte. Allein die vier Grand-Slam-Turniere des Jahres brachten brutto rund zehn Millionen Euro.
Insgesamt hat Zverev in der Saison 2026 laut ESPN bis Anfang Oktober etwa 14,7 Millionen US-Dollar an Turnierpreisgeldern erspielt und liegt damit deutlich an der Spitze der ATP-Jahreswertung. Vor dem French-Open-Sieg betrug sein Karriere-Preisgeld noch rund 60 Millionen Dollar. Innerhalb weniger Monate stieg es um mehr als ein Fünftel.
Sponsoren und Werbeeinnahmen
Forbes schätzte Zverevs Gesamteinkommen im Zwölfmonatszeitraum bis August 2026 auf 18,7 Millionen US-Dollar. Davon entfielen 13,7 Millionen auf Preisgelder und 5 Millionen auf Einnahmen abseits des Platzes, also Werbeverträge, Auftritte, Schauturniere und Geschäftsbeteiligungen. Damit landete Zverev auf Rang neun der bestbezahlten Tennisprofis weltweit. Der Abstand zu Sinner (58 Millionen) und Carlos Alcaraz (53,7 Millionen) zeigt, dass Zverevs Sponsorenportfolio gemessen an seiner sportlichen Leistung vergleichsweise schmal ausfällt.
Zu seinen bekannten Partnern gehören adidas für Bekleidung und Schuhe, der Schlägerhersteller Head mit einem Vertrag bis mindestens 2030, der Uhrenhersteller Jacob & Co. seit Januar 2025 sowie der deutsche Unterhaltungselektronik-Hersteller Loewe, für den Zverev seit Herbst 2025 als globaler Markenbotschafter tätig ist. Branchenbeobachter schätzen seine jährlichen Sponsoreneinnahmen auf 5 bis 7 Millionen Euro, genaue Vertragssummen sind nicht öffentlich bekannt. Hinzu kommen Antritts- und Auftrittsgelder: Beim Six Kings Slam in Saudi-Arabien, einem Einladungsturnier ohne Weltranglistenpunkte, beträgt allein die garantierte Antrittsprämie 1,5 Millionen US-Dollar pro Teilnehmer. Solche Zahlungen erscheinen in keiner ATP-Statistik, summieren sich über eine Saison aber auf einen einstelligen Millionenbetrag.
Dass Zverevs Werbeeinnahmen trotz sportlicher Spitzenleistungen unter denen anderer Top-Spieler liegen, wird in der Branche mit den Vorwürfen häuslicher Gewalt in Verbindung gebracht, die seine frühere Partnerin 2020 öffentlich erhob. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten stellte ein späteres Ermittlungsverfahren im Juni 2024 nach Paragraf 153a der Strafprozessordnung gegen eine Geldauflage von 200.000 Euro ein. Ein Schuldspruch erfolgte nicht.
Wohnsitz Monaco und die steuerliche Seite
Zverev lebt in Monaco, wo keine Einkommensteuer auf natürliche Personen erhoben wird. Das betrifft vor allem seine Sponsoreneinnahmen: Während Preisgelder im Turnierland an der Quelle besteuert werden, fließen die Werbeeinnahmen in das Steuerregime des Wohnsitzes. Für einen Spieler, dessen Sponsorenverträge kumuliert einen mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbetrag ergeben dürften, ist dieser Unterschied erheblich. Steuerfrei bedeutet allerdings nicht steuerfrei auf alles — die Quellenbesteuerung der Preisgelder im Ausland bleibt bestehen.
Tie-Break Ventures und Beteiligungen jenseits des Tennis
Neben dem Sport baut Zverev seit einigen Jahren ein Investmentportfolio auf. 2020 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Mischa Zverev und dem Investor Shanka Jayasinha die Beteiligungsgesellschaft Tie-Break Ventures mit Fokus auf Klima- und Gesundheitstechnologie. Zu den Investments gehören nach eigenen Angaben der Gesellschaft ein Graphenhersteller, eine Plattform für den Betrieb von Solaranlagen und weitere nicht namentlich genannte Beteiligungen.
Den bekanntesten Deal tätigte Zverev 2023, als er sich über die Investorengruppe Otro Capital am Formel-1-Team Alpine beteiligte. Die Gruppe erwarb einen 24-Prozent-Anteil am Team, bewertet mit rund 200 Millionen Euro. Zu den Mitinvestoren gehören unter anderem Rory McIlroy, Anthony Joshua und Trent Alexander-Arnold. Wie hoch Zverevs individueller Anteil an diesem Konsortium ist, wurde nicht offengelegt. Anfang 2025 kam über Tie-Break Ventures eine Beteiligung am bayerischen Motorsport-Rennstall Allied Racing hinzu.
Der finanzielle Wert dieser Engagements lässt sich von außen nicht beziffern. Start-up-Beteiligungen und Minderheitsanteile an Investorengruppen sind illiquide und schwanken je nach Marktlage und Unternehmensentwicklung stark. Sie zeigen aber, dass Zverev begonnen hat, Vermögen außerhalb des Tennisplatzes zu diversifizieren — ein Aspekt, den die meisten Vermögensschätzungen nicht berücksichtigen.
Warum die gängigen Schätzungen so weit auseinanderliegen
Die amerikanische Seite Celebrity Net Worth beziffert Zverevs Vermögen auf 40 Millionen US-Dollar, also grob 36 Millionen Euro. Das deutsche Vermögenmagazin schätzt rund 70 Millionen Euro. Keine der Seiten legt ihre Berechnungsmethode im Detail offen.
Die Abweichung erklärt sich durch unterschiedliche Annahmen. Wer höhere Steuern und Kosten ansetzt, kommt auf einen niedrigeren Nettowert. Wer die steuerfreien Sponsoreneinnahmen über die gesamte Karriere großzügig hochrechnet, landet höher. Zudem ist unklar, ob die Schätzungen die Erlöse des Rekordjahres 2026 bereits vollständig eingepreist haben.
Eine ehrliche Eingrenzung ergibt: Die Netto-Preisgelder nach Steuern und Teamkosten dürften im Bereich von 35 bis 45 Millionen Dollar liegen. Die kumulierten Sponsoreneinnahmen über rund zehn Profijahre addieren sich auf geschätzt 40 bis 60 Millionen Dollar, großteils steuerfrei. Dem stehen die laufenden Betriebskosten gegenüber, die sich über die Karriere auf 20 bis 35 Millionen Dollar summieren dürften. Private Investments wie Tie-Break Ventures kommen hinzu, sind aber nicht bewertbar. Daraus ergibt sich eine plausible Größenordnung im mittleren zweistelligen Millionenbereich, irgendwo zwischen 40 und 70 Millionen Euro. Exakter lässt sich das Zverev-Vermögen anhand öffentlicher Quellen nicht bestimmen.
Mehr Blogs: Vermögen Luke Littler
Quellen: ATP Tour – Spielerprofil Alexander Zverev | Forbes – The World’s Highest-Paid Tennis Players 2026 | ESPN – Alexander Zverev Stats | The Guardian – Alpine F1 Investors | Tie-Break Ventures
Hannah Keller ist Redakteurin bei VermoegenHeute.de und spezialisiert auf Vermögensanalysen, Unternehmer, Influencer und Wirtschaftsthemen. Ihre Inhalte basieren auf journalistischer Recherche sowie öffentlich zugänglichen Informationen und Medienberichten.
