Last Updated on October 8, 2026 by Hannah Keller
Das Vermögen von Michael „Bully“ Herbig lässt sich anhand öffentlicher, zuverlässiger Quellen nicht seriös beziffern. Die verbreitetste Angabe stammt vom Portal Vermögenmagazin, das ihn derzeit auf rund 45 Millionen Euro schätzt; ältere, vielfach übernommene Artikel nennen 35 Millionen Euro. Belegt sind dagegen die Bausteine, aus denen sein Wohlstand entstanden ist: eine eigene Produktionsfirma, Markenrechte an seinen erfolgreichsten Filmen und zwei der besucherstärksten deutschen Kinoproduktionen der vergangenen Jahrzehnte (Stand: Oktober 2026).
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Baustein |
Was bekannt ist |
Belegqualität |
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herbX film film- und fernsehproduktion GmbH |
gegründet 1999, Sitz Grünwald, Stammkapital 103.000 € |
Handelsregister München, HRB 123988 |
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herbX holding GmbH |
gegründet Dezember 2022, gleiche Adresse, Stammkapital 25.000 € |
Handelsregister München, HRB 281222 |
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„Der Schuh des Manitu“ (2001) |
11,7 Mio. Zuschauer, ca. 65 Mio. € Einspiel, ca. 4,5 Mio. € Budget |
Kinostatistik |
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„Das Kanu des Manitu“ (2025) |
über 5 Mio. Zuschauer, über 50 Mio. € Einspiel in Deutschland, 13–18 Mio. € Budget |
Blickpunkt Film, Angabe Herbig |
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Privatvermögen |
nicht offengelegt |
nur Schätzungen von Vermögensportalen |
Eine Quelle, zwei Zahlen: Herkunft der Vermögensschätzung
Beide Werte gehen auf dieselbe Quelle zurück. Das Vermögenmagazin nannte früher 35 Millionen Euro; Focus Online und Moviepilot griffen diese Zahl auf, weshalb sie in vielen Suchergebnissen erscheint. Mit dem Erfolg von „Das Kanu des Manitu“ hob das Portal seine Schätzung auf 45 Millionen Euro an. Dass mehrere Websites dieselbe Zahl nennen, bestätigt sie also nicht unabhängig.
Die Schätzung beruht auf keiner Bilanz, keinem Steuerbescheid und keiner Angabe Herbigs. Das Portal räumt selbst ein, dass Beteiligungsquoten an Koproduktionen nicht öffentlich sind und sich nicht ausrechnen lassen, was von einem Kinoerfolg tatsächlich bei ihm ankommt. Die Zahlen zeigen damit eher eine plausible Größenordnung als einen geprüften Wert.
herbX film: Firma veröffentlicht Bilanzen, aber keine Filmgewinne
Herbigs wirtschaftlicher Mittelpunkt ist die herbX film film- und fernsehproduktion GmbH auf dem Gelände der Bavaria Filmstadt in Grünwald, deren Geschäftsführer er ist. Sie ging aus einer Firmengruppe hervor, die er Ende der 1990er-Jahre aufgebaut hatte: 1996 die herbX medienproduktion, 1998 eigene Tonstudios, 1999 die Filmfirma. Das Tonstudio verkaufte er 2007, ein Jahr später ging die medienproduktion in der herbX film auf.
Als GmbH muss die Firma ihre Jahresabschlüsse offenlegen. Laut North Data liegen Bilanzen für die Jahre 2006 bis 2024 vor, die jüngsten Registerveröffentlichungen stammen vom März und Juni 2026. Kleinere Gesellschaften dürfen ihre Abschlüsse jedoch verkürzt offenlegen. Erlöse und Gewinn einzelner Filme lassen sich daraus nicht ablesen, und ein Firmengewinn ist ohnehin kein Privatvermögen, solange er nicht ausgeschüttet wird.
Ende 2022 kam die herbX holding GmbH hinzu, deren Zweck das Halten und Verwalten von Beteiligungen ist. Eine solche Holding wird häufig genutzt, um Gewinne aus einer operativen Firma zu bündeln. Welche Anteile sie genau hält und wie die Gesellschafterstruktur aussieht, ist nur über kostenpflichtige Registerauszüge einsehbar.
Markenrechte an den Manitu-Filmen als dauerhafte Einnahmequelle
Der wertvollste Teil seines Geschäfts sind nicht Gagen, sondern Rechte. Laut Vermögenmagazin sind die Wortmarken „Der Schuh des Manitu“, „Das Kanu des Manitu“, „Abahachi“, „Raumschiff Surprise Periode 1“ und „Lissi und der wilde Kaiser“ auf herbX film eingetragen. Wer diese Stoffe neu auswerten, fortsetzen oder vermarkten will, braucht seine Firma.
Die großen Filme sind allerdings Koproduktionen. Bei beiden Manitu-Teilen arbeitete herbX film mit Constantin Film und SevenPictures zusammen, Constantin übernahm den Verleih, beim „Kanu“ war zudem RTL beteiligt. Herbig teilt die Erlöse also mit starken Partnern. Wie groß sein Anteil ist, legt keiner der Beteiligten offen.
Was Herbig am Kanu des Manitu verdient hat
Diese Frage lässt sich nur eingrenzen. „Das Kanu des Manitu“ startete am 14. August 2025 und überschritt am 102. Tag die Marke von fünf Millionen Zuschauern, im gesamten deutschsprachigen Raum waren es mehr als sechs Millionen. Laut Blickpunkt Film lagen die Einnahmen bei über 50 Millionen Euro; Herbig selbst bezifferte das Budget auf 13 bis 18 Millionen Euro.
Die 50 Millionen Euro sind jedoch Kinoumsatz, kein Gewinn. Davon gehen zunächst Kinobetreiber, Verleih und Steuern ab, bevor die Produzenten etwas erhalten. Die Süddeutsche Zeitung schätzte, dass nach Abzug des Budgets „noch ordentlich Gewinn übrig bleiben“ dürfte. Herbig verdiente zudem mehrfach: als Co-Autor, Regisseur, Hauptdarsteller und über seine Firma als Koproduzent. Weitere Erlöse brachten die Auswertung bei Prime Video, die Heimkino-Veröffentlichung und RTL+.
Beim ersten Teil war das Verhältnis noch günstiger: Etwa 65 Millionen Euro Einspiel bei rund 4,5 Millionen Euro Kosten machten „Der Schuh des Manitu“ zum besucherstärksten deutschen Film seit 1968. Mit „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ folgte 2004 ein zweiter Erfolg mit 9,1 Millionen Zuschauern.
LOL-Abschied: Eine regelmäßige Streaming-Gage fällt weg
Neben dem Kino brachte das Fernsehen gleichmäßigere Einnahmen. Seit 2021 war Herbig Gastgeber von „LOL: Last One Laughing“ bei Prime Video. Im Oktober 2026 bestätigte der Streamingdienst seinen Abschied nach sieben Staffeln sowie je einem Weihnachts- und Halloween-Special. Die bereits produzierte achte Staffel erscheint zu Ostern 2027 mit Carolin Kebekus als Gastgeberin. Produziert wird LOL von Constantin Entertainment, nicht von Herbigs Firma; er war dort also Moderator, kein Rechteinhaber.
Weitere Auftritte laufen weiter, etwa seit Dezember 2024 mit Stefan Raab in der RTL-Show „Stefan & Bully gegen irgendson Schnulli“ und als Filmexperte im ZDF-„Quiz-Champion“. Dazu kommen Synchronrollen wie Woody in „Toy Story 3“ oder Nepomuk in den „Jim Knopf“-Filmen sowie von 2014 bis 2018 ein Werbevertrag mit Haribo. Für keines dieser Engagements sind Gagen öffentlich bekannt.
Was eine genaue Berechnung verhindert
Für eine belastbare Zahl fehlen drei Dinge: die Erlösanteile von herbX film an den Koproduktionen, die vollständigen Bilanzzahlen samt Gewinnausschüttungen und jede Angabe zu privaten Anlagen, Immobilien oder Verbindlichkeiten. Selbst sein Wohnsitz in Straßlach-Dingharting bei München sagt nichts über Eigentum oder Finanzierung aus. Sicher ist nur, dass Herbig mit Rechten an Filmen verdient, die seit 25 Jahren immer wieder ausgewertet werden. Diese Einnahmequelle bleibt auch nach dem LOL-Abschied bestehen.
Mehr Blogs: Michael Manousakis Vermögen
Quellen: Handelsregister München / North Data | Süddeutsche Zeitung | DWDL | Wikipedia
Hannah Keller ist Redakteurin bei VermoegenHeute.de und spezialisiert auf Vermögensanalysen, Unternehmer, Influencer und Wirtschaftsthemen. Ihre Inhalte basieren auf journalistischer Recherche sowie öffentlich zugänglichen Informationen und Medienberichten.

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